Die Nonne und Herr Jilg

Die Nonne und Herr Jilg – Eine Reise nach Jerusalem in drei Teilen
Deutschland 2011 | 3 x 45 min | ein Film von Volker Strübing
Drehbuch Lutz Neumann / Volker Strübing
ZDF / ZDFkultur / 3sat, Redaktion Anja Fix

Die katholische Ordensschwester Jordana und der ZDFkultur-Moderator Rainer Maria Jilg folgen den Spuren der Kreuzfahrer und machen eine „Reise nach Jerusalem“: 2000 Kilometer auf der Route des 1.Kreuzzuges durch die Türkei, den Libanon, die palästinensischen Autonomiegebiete und Israel.

Die Reise beginnt in Istanbul, der Stadt zwischen Okzident und Orient. – Der Stadt, in der sich vor 985 Jahren zum ersten Mal Kreuzfahrer sammelten, um die Heilige Stadt für das Christentum zurückzuerobern. Für Schwester Jordana und Rainer Maria Jilg beginnt hier der Abenteuertrip ins Unbekannte, aber auch eine spirituelle Reise.

Vor der Ordensschwester und dem Moderator liegen 2000 Kilometer – durch die Türkei, den Libanon, die palästinensischen Autonomiegebiete und durch Israel nach Jerusalem – mitten hinein ins Epizentrum der drei großen Buchreligionen. Und wie es eine solche Reise mit sich bringt, sitzen sie dabei oft genug zwischen allen Stühlen. Auf dem Weg in „Gottes eigene Stadt“ setzen sie sich mit ihrem eigenen Glauben auseinander und gehen der Frage nach, warum die heiligen Schriften mit ihrer Botschaft der Liebe bis heute als Begründung für Intoleranz und Gewalt herhalten müssen.


 Teil 1 – Türkei

Schon bald nach der Abfahrt aus Istanbul stoßen Schwester Jordana und Rainer Maria Jilg an die Grenzen der Macht Gottes: Im Stadtverkehr von Ankara hilft ein Gebet genauso wenig wie ein Blick auf das Navigationsgerät. In Konya erleben sie das erste vieler kleiner Wunder dieser Reise: Dass die Derwische nach ihrem schwindelerregenden Tanz nicht einfach umfallen, kann eindeutig als Gottesbeweis durchgehen.
An der syrischen Grenze stellen sie sich die Frage, wie Gott Bürgerkrieg und Flüchtlingselend zulassen kann. Warum können die Menschen nicht friedlich zusammenleben, alles mit Zierdeckchen verschönern und gemeinsam singen wie im Chor der Zivilisationen in Antakya? – Und wie foltert man einen Fernsehmoderator, ohne sich strafbar zu machen?

Teil 2 – Libanon

Beirut: Christliche und muslimische Viertel, Ruinen und Prachtbauten, Falafel und Hamburger – und mittendrin eine deutsche Dominikanerin und ein Fernsehmoderator. Schwester Jordana und Rainer Maria Jilg reden mit dem Musiker Zeid Hamdan über Sex, Gott und Rock’n Roll. Danach geht es in den Süden des Landes, wo die Spuren des letzten Krieges von 2006 noch allgegenwärtig sind.
Hier betreibt die Hisbollah eine Touristenattraktion, lädt zum Kaffee und hat (fast) alle Menschen lieb. In der Bekaa-Ebene lernen Schwester Jordana und Rainer Maria, dass die Riesterrente nicht der Weisheit letzter Schluss ist und warum die Bundeswehr auf deutschen Autobahnen auch Check-Points einrichten sollte. Zum Ende besuchen sie einen traurigen Vergnügungspark, dessen Betreiber noch einiges von der Hisbollah lernen könnten.

Teil 3 – Israel

Ohne IHN geht in Israel gar nichts. Das erfahren Schwester Jordana und Rainer Maria Jilg gleich nach ihrer Ankunft. – Mit IHM geht eine ganze Menge: Polygamie zum Beispiel, wie bei den African Hebrews in Dimona, der Stadt, in der die israelische Atombombe gebaut wurde. Für die Palästinenser in den besetzten Gebieten geht dagegen nur wenig, ob mit IHM oder nicht. Schwester Jordana und Rainer Maria machen einen deprimierenden Besuch in der Geisterstadt Hebron, bevor sie sich zu ihrem eigentlichen Ziel aufmachen: Jerusalem. Die Heilige Stadt ist so heilig, dass es eine eigene Geisteskrankheit hervorgebracht hat: das Jerusalemsyndrom. Wer sich damit ansteckt, wird hier noch nicht verraten.