Mister & Missis.Sippi


Mister & Missis.Sippi – Auf den Spuren Mark Twains mit dem Floß durch die Südstaaten

Von Saint Louis bis nach New Orleans – dieselbe Strecke die Twain – damals noch Samuel Langhorne Clemens – als Lotse auf einem Raddampfer rauf- und runtergetuckert ist. Patricia Schäfer und Volker Strübing wollen herausfinden, was “Life on the Mississippi” heutzutage bedeutet. In Saint Louis, Cairo, Memphis, Vicksburg, Saint Francisville und New Orleans werden sie Bürgermeister und Bürgerrechtler treffen, Sheriffs und Müllfahrer, Musiker und Handwerker, sie werden Fast Food essen und selbstgeangelte Fische auf Inseln im Fluss grillen, sie werden zelten und in verträumten Südstaatenörtchen in riesigen Betten aus der Zeit Mark Twains schlafen, sie werden in einem Cadillac durch Memphis fahren und mit Pick Ups durch den Matsch und sie werden von Mücken, hoffentlich aber nicht von Alligatoren aufgefressen werden.

Deutschland 2010 | 3 x 45 Min
Regie Volker Strübing, Lutz Neumann | Drehbuch Volker Strübing, Lutz Neumann
ZDF / 3sat, Redaktion Anja Fix

 

„Besonders lobenswert ist, dass der Film sich ausgiebig Zeit nimmt für seine – sehr treffsicher ausgewählten – Interviewpartner, die den US-Süden in seiner Vielgestaltigkeit und jenseits der Reiseführerklischees schillern lassen. Ganz gleich, ob ein Waffenhändler den politisch korrekten Europäern erklärt, dass erst Waffenbesitz wahre Demokratie ermöglicht und sie mit der These verblüfft, dass Hitler schließlich auch ein Waffengegner gewesen sei, ob eine schwarze Polizistin über ihren Alltag in einem gottverlassenen, gewaltgepeinigten Nest berichtet, ob Müllmänner oder Drag-Queens aus ihrem Leben erzählen: Strübing und Schäfer stellen die richtigen Fragen, hören zu und vor allem: gucken hin und staunen in kindlicher Sympathie für die fremde Welt.

So gelingt eine unterhaltsame, kurzweilige Reisereportage, die so viel US-amerikanische Wirklichkeit unprätentiös in die deutschsprachigen Wohnzimmer bringt, wie das nur möglich ist in diesem Rahmen. Und die zudem, auch das sei erwähnt, wunderbare Bilder aus diesem immer noch und immer wieder äußerst faszinierenden Land bietet, gezeichnete wie gefilmte.

Hoffentlich gelingt es 3sat oder anderen Fernsehverantwortlichen, Strübing recht bald wieder auf die Reise zu schicken.“ taz.de